Hallo ihr da draußen oder auch drinnen, je nach dem wo ihr gerade rumrennt oder sitzt, wenn ihr euch mein Geschwafel zu Gemüte zieht. Meine rhetorischen Fähigkeiten lassen noch ein wenig zu wünschen übrig. Aber lasst euch dadurch nicht abhalten in den Genuss meiner geschriebenen Worte zu kommen.

Ja nun, wir haben Montag den 22. Oktober und ich dachte ich lass euch mal nicht allzu lange warten. Denn treue Leser sollen belohnt werden. Es gibt bezüglich meines Studiums der russischen Sprache noch nicht viel zu berichten. Ich kann nur verkünden, dass die russische Sprache, die in der Schule gelehrt wird, keinerlei Fähigkeiten herausbildet, die im Alltagsleben für das Überleben notwendig sind. Wenn ich einkaufen gehe, werde ich erstens durch meine klare Aussprache entlarvt und falls das nicht der Fall sein sollte spätestens daran, dass ich nichts verstehe, sollten die netten Kassierer mir eine Frage stellen. Dann wars das mit der Gleichberechtigung. Man bekommt irgendwelche allgemeingültigen Bezeichnungen hinterhergerufen, wird belächelt oder es wird einem ein kleines süßes, aber auch durchaus leicht mitleidiges Lächeln geschenkt.

Heute sollte ich, wie schon kurz erwähnt, glaube ich, wenn nicht, dann wird das jetzt nachgeholt, meinen Plan für meine Russischstunden bekommen. Dafür wurde ich für 10 Uhr bestellt. Eine recht angenehme Zeit, wie ich finde. Um 10 Uhr war ich also im Büro, um eine und eine halbe Stunde dort zu sitzen und auf meinen Plan zu warten und anschließend die Nachricht zu erhalten, dass ich doch um 14 Uhr wieder kommen möge. Gesagt, getan. Nach Hause, also naja sagen wir lieber in die mir zugewiesene Bleibe, auch Studentenwohnheimzimmer genannt, zurückgegangen, auf dem Weg einen sehr leckeren russischen Hotdog verdrückt; Moment: Gibt es überhaupt russische Hotdogs? Ich glaube das ist eine Frage, mit der ihr euch auseinandersetzen solltet. Das gehört definitiv nicht in den Aufgabenbereich eines Studenten, sondern doch wohl schon eher in den eines Lebensmittelmenschen oder so; und um 14 Uhr wieder in die Uni. Nur um dort wiederum warten zu müssen. Diesmal jedoch zwei Stunden. Anschließend wurde mir gesagt, ich solle doch morgen, für alle die mit dem Kalender nicht so vertraut sind, Dienstag den 23. Oktober, um zwölf Uhr wieder erscheinen, um endlich meinen heißgeliebten Stundenplan zu bekommen. Also ihr seht, Bürokratie ist nicht nur in Deutschland ein Bremsklotz. Jedes Land muss leiden.

Ja des weiteren kann ich nur allen empfehlen, wenn sie sich dazu entschließen sollten, nach Russland in ein Studentenwohnheim zu gehen, um eventuell ein Studium zu absolvieren, nicht ohne ein technisches Grundverständnis herzureisen. Vorallem auf dem Gebiet sanitärer Anlagen. Ich war heut morgen äußerst erfreut über mein mäßig vorhandenes technisches Verständnis. Nach der Morgentoilette, und Toilette heißt nicht etwa Zähne putzen oder Haare kämmen, sondern die Benutzung des eben genannten, war ich im Inbegriff zu spülen, doch dies blieb mir verwehrt, da die Spülung nicht mehr funktionierte. Aber was tun? Man will seine Geschäfte ja nicht unbedingt jedem Wohnheimbewohner offenbaren. Deckel des Spülkastens auf und entdecken, dass der Kasten total verdreckt ist, sodass Schweine sich ekeln würden, daraus zu fressen, und die Spülvorrichtung ausgehakt ist. Also konnte ich dank meiner technischen Fähigkeiten den Fehler beheben und meine Geschäfte ins Dunkel befördern. Gut, hab mich mal für euch ein bisschen blamiert. Und ich kann euch sagen, es war nicht schön, aber was macht man nicht alles für treue Leser.

Wir haben doch das letzte Mal die Problematik der Absatzschuhe diskutiert. Hierzu ein kleiner Nachtrag. Die Mädchen haben hier überhaupt nicht die  Wahl flache Schuhe zu tragen, denn ihnen wird, trotz der Tatsache, dass kleine Mädchen doch schon noch auf ihre Gesundheit achten sollten und meines Erachtens nach gehören Füße zum menschlichen Körper, auch wenn manche sie eher als den hässlicheren Teil ihre Körpers bezeichnen würden, erlaubt, schon im Alter von ungefähr 10 Absatzschuhe zu tragen. Ist doch pervers oder? Es kann natürlich sein, dass es sich bei den Mädchen durchweg um irgendwelche Prominenz handelt und von der wird sowas ja erwartet. Macht euch eure eigenen Gedanken dazu. Vielleicht könnt ihr ja auch als Vorbereitung auf die Abiprüfung oder einfach nur aus Spaß eine kleine freie oder auch textgebundene Erörterung dazu schreiben. Vorlage sind meine beiden Abschnitte. Viel Spaß. Ihr habt ein halbes Jahr Zeit, dann kann ich Korrektur lesen und benoten =).

Im Internet habe ich vernommen, dass es hier bei uns am Wochenende sehr kalt werden soll und sogar Schneeregen erwartet wird. Ich würde mich so über Schnee freuen. Ja und ich weiß, dass es zwischen Schnee und Schneeregen noch einen Unterschied gibt. Denn für alle die es noch nicht wissen, der Winter ist meine liebste Jahreszeit. Doch habe ich die Befürchtung, dass der Schnee in dieser Stadt nicht weiß bleibt, sondern eher Farben wie grau, gelb oder grün annimmt. Ich erkläre kurz die ausgewählten Farben. Grau, versteht sich von selbst, oder nicht? Das gleiche Problem wie in Deutschland: Autos und dreckige Menschenschuhe. Gelb und grün jedoch ist eher weniger verständlich für die, die nicht schonmal hier waren: es spucken, rotzen, aulen wie auch immer ihr das bezeichnen wollt wirklich alle, egal ob jung oder alt, ob im Laufen, Stehen oder Sitzen auf der Straße herum. Egal wohin man geht Rotzflecken. Das ist echt ekelhaft, vorallem weil man die Flecken nicht immer gleich sieht und prompt ist man reingetreten. Ich will nicht wissen, wie viel unterschiedliche DNA ich schon an meinen Schuhen hab. Für alle Biologen oder ähnliches, sollte das fachlich inkorrekt sein und jetzt glotzt nicht so doof und denkt euch, die ist doch auch Biologin; bin ich nicht: ich studiere Lehramt Biologie und Genetik hab ich erst im Master =), dann schaut einfach drüber hinweg. In Deutschland ist das mit der Rotzerei nicht so schlimm. Da kotzt höchstens mal einer auf den Gehweg. Aber diese Haufen sieht man zeitig genug und kann wenigstens ausweichen. Doch das Schärfste ist ja, dass hier nicht nur überall hingespuckt wird, sondern dass sich manche, die vielleicht den Abend vorher Kanne gemacht haben, denken: "Ach mein Gott, piss ich doch mal an die Hecke vor dem Studentenwohnheim. Was interessiert es mich denn, dass hier Menschen lang laufen, es Mittag 12 Uhr ist und auch die Straße voller Autos. Haben die Spießer wenigstens mal was zu glotzen." Ich hoffe ihr habt bemerkt, dass ich über die alkoholisierte Bevölkerung gesprochen habe. Wir wollen nicht alle über einen Kamm scheren, denn ich hab noch kein Mädchen pinkelnd am Straßenrand sitzen gesehen.

Abschließend noch für alle, die es nicht bei Facebook gelesen haben oder denen ich es nicht erzählt habe, ich habe meine Bachelorabschluss. Glückwünsche sind erwünscht =).

Na dann ihr Pfeifen, ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen. Nehmt mir meine Ausdrücke bitte nicht übel. So bin ich nun mal. Außerdem würde der Spaß verloren gehen.

Bis bald

 

22.10.12 18:38

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(22.10.12 20:28)
очень хорошо

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